Diskriminierung und die Verletzung persönlicher Grenzen sind alltägliche Praxis in unserer Gesellschaft. Sexistisches Sprücheklopfen, heteronormative Anmachen, Einfach-mal-Anfassen o.ä. sind da nur einige Beispiele.

Dies können und wollen wir so nicht akzeptieren. Stattdessen versuchen wir das eh! zu einem möglichst sicheren Raum für alle zu machen. Hierfür wurde dieses Schutzkonzept erarbeitet.

Grundsätzlich bitten wir euch auf der gesamten Veranstaltung um gegenseitige Rücksichtnahme und gemeinschaftliche Übernahme von Verantwortung (community accountability). Wir wollen, dass alle Menschen sich wohl fühlen und frei entfalten können, ohne dabei jedoch die Grenzen Anderer zu verletzen. Dabei kann jede Person nur selbst wissen, wann sie von Grenzüberschreitungen betroffen ist und ob und wie Unterstützung notwendig ist. Die Deutungshoheit liegt bei den von Grenzüberschreitungen betroffenen Personen. Als Grundsatz gilt die Parteilichkeit mit diesen.
Gerne würden wir die gesamte Veranstaltung für einen geschützten Raum erklären, in dem es zu keinen Grenzüberschreitungen kommt. Uns ist jedoch bewusst, dass sich dies unter den gegebenen gesellschaftlichen Umständen noch nicht umsetzen lässt. Aus diesem Grund wird es auf dem eh! folgende drei Personengruppen, sowie einen Safer Space / Rückzugsraum geben.

Awareness
Die Awareness-Menschen sind für dich direkte Ansprechpartner_innen. Dies gilt sowohl für allgemeine Fragen als auch für konkrete Situationen, in denen Hilfe benötigt wird. Zudem können sie dich auch an andere Personen (z.B. Unterstützer_innen) vermitteln. Du findest sie sichtbar gekennzeichnet am Infostand, an der Bar und am Einlass.

Unterstützung
Die Unterstützer_innen sind für dich da, wenn du dich von Grenzüberschreitungen betroffen fühlst und Hilfe benötigst. Wie die Unterstützung aussehen kann (sei es ein Gespräch, Spazierengehen, Schweigen, …), entscheidest nur du selbst – wir tun nichts, was du nicht willst! Informationen werden selbstverständlich vertraulich behandelt.

- Wir versuchen, prinzipiell für alle Menschen da zu sein, die gerade Unterstützung brauchen.
- Dabei müssen wir auch auf unsere eigenen Grenzen achten.
- Unser Einfühlungsvermögen ist durch unsere gesellschaftliche Position und unseren Erfahrungshorizont begrenzt: wir sind junge, weiße Menschen mit deutschem Pass, die vor allem in Bezug auf Sexismus sensibilisiert sind.
- Wir sind keine professionellen Therapeut_innen oder Berater_innen.

Die Unterstützer_innen sind nicht gekennzeichnet, können aber von einer Awarenessperson vermittelt werden. Du kannst auch selbstständig eine_n Unterstützer_in kontaktieren. Hierfür wird es eine Telefonnummer geben, welche im gesamten Conni ausliegt, aber auch an Bar, Einlass und Infostand zu finden ist. Zudem liegt ein Handy im Safer Space, mit dem du jederzeit eine_n Unterstützer_in anrufen kannst. *(in der englischen Version: Es gibt auch englischsprachige Unterstützer*innen.)*

Schutz
Der Schutz ist dafür verantwortlich, präventiv oder intervenierend auf Fälle von Grenzüberschreitungen einzuwirken. Als Veranstalter_in obliegt der Gruppe e*vibes das Hausrecht. Dieses kann ggf. durch Personen des Schutzes durchgesetzt werden.

Safer Space
Der Safer Space dient als Schutz- und Rückzugsraum und befindet sich über dem Infoladen. Du kannst den Safer Space jederzeit aufsuchen und ebenfalls entscheiden, ob du allein sein willst, oder wer außerdem Zugang haben kann/darf. Dies wird mittels einer Ampel an der Tür sichtbar. Im Raum befindet sich ein Handy, mit dem du ggf. eine_n Unterstützer_in oder eine Person deines Vertrauens anrufen kannst. Für den Fall, dass der Safer Space gerade exklusiv genutzt wird und du somit keinen Zugang hast, kannst du dich vertrauensvoll an eine Person am nahegelegenen Infostand wenden.

We <3 Konsens
e*vibes – für eine emanzipatorische praxis